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Glutenfreie Senioren

glutenfreie SeniorenDie Glutenunverträglichkeit ist eine relativ neue Diagnose. Zwar gab es die Krankheit schon viel früher und wurde als die bauchige Krankheit schon im zweiten Jahrhundert vor Christus erwähnt, doch erst 1950 wurde von Willem Karel Dicke das Weizengliadin als entscheidender Faktor indentifiziert. Die „Interlaken-Kriterien“ zur Diagnsotik wurden erstmals 1969 verabschiedet. Doch nun bekommen auch immer mehr ältere Menschen die Diagnose Zöliakie und auch die heutige jüngere Generation wird einmal älter. Daher schauen wir uns an, was Senioren bei der Ernährung besonders beachten sollten.

Viele ältere Menschen achten nicht auf die Ernährung

Fitness und Ernährung sind bei vielen jungen Leuten wichtige Aspekte ihres Lebens und sie achten gut darauf sich richtig zu ernähren, nicht zuletzt um ihren Traumkörper zu formen. Ältere Menschen der Nachkriegsgeneration haben oft noch die tief verankerte Vorstellung man müsse nehmen, was man bekommen kann. Sie sind oft zu bescheiden was die eigene Ernährung angeht. Dabei gibt es heute alles zu kaufen, was man für eine gesunde, ausgewogene und glutenfreie Ernährung braucht. Hier ist einfach etwas Umdenken gefragt. Ernährung sollte bei vielen älteren Menschen generell einen wichtigeren Stellenwert einnehmen und natürlich gerade wenn eine Glutenunverträglichkeit besteht.

Kochen, Betreuung, Selbstständigkeit

Alte Menschen sind oft noch lange fit und man sollte das unterstützen. Solange der Haushalt selbstständig geführt werden kann gibt es meist keine Probleme. Doch wenn die Kräfte nachlassen wird es auch schwieriger selbst zu kochen. Gerade aufwändigere Gerichte kommen dann nicht mehr auf den Tisch. Hier sind dann die Kinder oder andere Verwandte gefragt oder man kümmert sich um eine Pflege. Polnische Pflegekräfte sind z.B. sehr beliebt. Hier ist darauf zu achten, dass das Personal über alle individuellen Probleme und Krankheiten, wie eine Zöliakie informiert ist und weiß was die pflegebedürftige Person essen darf und was nicht.

Umstellung fällt im Alter schwer

Für jüngere Menschen ist es leichter ihre Gewohnheiten zu ändern. Wer selbst weiß, wie schwierig es ist, die Ernährung auf auschließlich glutenfreie Lebensmittel umzustellen, kann sich vorstellen wie schwierig dies erst für einen älteren Menschen ist. Seine Ernährungsgewohnheiten im Alter noch einmal radikal umzustellen erfordert einiges an Disziplin. Hier sollten Freunde und Verwandte helfen, indem sie gemeinsam einkaufen, kochen und essen. So kann das Ganze sogar zu einem spannenden neuen Hobby werden. Denn glutenfreie Ernährung ist nicht nur Einschränkung, sondern auch das Entdecken alternativer Ernährungsweisen.

Weiterführender Link:

Ernährung für Senioren – Risiken und Anregungen

Bild: flickr.com/Kris Haamer, Creative Commons, nicht verändert

Das Verhältnis zwischen Glutenunverträglichkeit und kohlenhydratarmen Ernährungsformen

Low CarbWer kein Gluten verträgt hat in der Regel andere Sorgen, als sich zu überlegen, was er am besten ist isst, um abzunehmen. Man ist genug damit beschäftigt, schmackhafte und bekömmliche Alternativen zu den gängigen Nahrungsmitteln zu finden. Auch trifft man überhaupt selten glutenunverträgliche Menschen mit Übergewicht. Dies könnte an einem interessanten Zusammenhang liegen, den wir etwas genauer beleuchten möchten.

Low Carb Diät und Glutenunverträglichkeit

Eine Ernährung ohne Gluten schließt sämtliche Weizenprodukte aus. Diese Produkte haben alle eines gemeinsam: Sie enthalten viele Kohlenhydrate!

Natürlich gibt es auch glutenfreie Produkte mit reichlich Kohlenhydraten wie Kartoffeln und Reis, die bei den meisten Betroffenen auf den Speiseplan kommen. Doch erstens sind die enthaltenen Kohlenhydrate hier langkettiger als z.B. bei Weißbrot oder herkömmlichen Nudeln, zweitens kann man häufig durch den Wegfall der Weizenprodukte, die beim “Normalverbraucher” doch einen beträchtlichen Teil ihrer Gesamtkalorien ausmachen, bei glutenunverträglichen Menschen eine Tendenz hin zu kohlenhydratärmerer Ernährung feststellen.

Genau das ist, was Anhänger der Low Carb Diät propagieren – weniger Kohlenhydrate, dafür mehr Eiweiß und Fett. Gleichzeitig sind Low Carb Rezepte bei Glutenunverträglichkeit meist gut verträglich. Viele Ideen sind sehr raffiniert. Nudeln werden z.B. durch Zucchinistreifen ersetzt. Low Carb Rezepte findet man auf Lowcarbrezepte.org.

Paleo Diät

Manche gehen noch einen Schritt weiter und ernähren sich wie in der der Steinzeit – zumindest annährend. Die Paleo-Diät oder Steinzeiternährung erlaubt streng genommen nur Lebensmittel, die schon während der Altsteinzeit gegessen wurden. Damals gab es noch keinen Ackerbau und damit auch keine Getreideprodukte. Aber auch andere modernere Erzeugnisse wie Milchprodukte oder industrieller Zucker sind zu vermeiden.

Stattdessen ernährt man sich von Früchten, Gemüse, Nüssen, Eiern, Fleisch und Fisch. Oft landet man bei dieser Ernährungsform auch bei einem kohlenhydratarmen Speiseplan, außer man legt seinen Schwerpunkt sehr auf das Obst oder nimmt z.B. Kartoffeln mit dazu.

Die Theorie hinter der ganzen Sache ist, dass der menschliche Körper bei der Anpassung an die rasante Veränderung der Ernährungsgewohnheiten nicht mitgekommen ist und noch auf die Ernährung ausgerichtet ist, die er tausende Jahre lang gewohnt war.

Fazit

Low Carb und Paleo liegen im Trend. Viele schwören darauf, dass diese Diäten sowohl zu einem gesunden Körper wie auch Geist beitragen können. Zu welchem Schluss man auch für sich selbst kommt, interessant ist festzuhalten, dass viele Menschen die Idee haben, Ernährungsformen ohne viele Kohlenhydrate bzw. Getreideprodukte seien generell gesünder und Menschen mit Glutenunverträglichkeit tendieren gezwungenermaßen in diese Richtung der Ernähurng.

Süßspeisen bei Glutenunverträglichkeit

Worauf ist bei Glutenunverträglichkeit zu achten? Viele fertige Süßspeisen enthalten Weizenmehl und dürfen bei Glutenunverträglichkeit nicht verzehrt werden. Trotzdem kann man mit den erlaubten Lebensmitteln schmackhafte Süßspeisen zubereiten.

süßspeisenWie bei allen Gerichten, die glutenfrei sein müssen, sollte auch bei den Süßspeisen darauf geachtet werden, möglichst nur unverarbeitete Nahrungsmittel bei der Zubereitung zu verwenden, denn in vielen verarbeiteten Lebensmitteln wurde Gluten bei der Herstellung eingesetzt. In der Lebensmittelindustrie wird Gluten als Emulgator verwendet, der Wasser bindet und das Produkt stabilisiert. So ist zum Beispiel in Cornflakes oder Schokolade bereits Gluten enthalten. Für den Verbraucher ist es oft nicht einfach, zu erkennen, ob Gluten in einem verarbeiteten Produkt enthalten ist oder nicht. Seit 2005 muss glutenhaltiges Getreide und deren Erzeugnisse in abgepackten Lebensmitteln gekennzeichnet werden. In Reformhäusern oder Spezialabeteilungen der Supermärkte gibt es heute eine breite Palette an glutenfreien Lebensmitteln, die auch als solche gekennzeichnet sind.

Rezeptvorschläge für glutenfreie Süßspeisen

Äpfel in Rotwein mit Vanille-Eis

Erhitzen Sie 250 ml Rotwein mit 50 g Zucker und verschiedenen Gewürzen wie Zimt, Sternanis und etwas Kardamom und lassen Sie die Masse köcheln, bis sie einreduziert ist. In diesen Sud geben Sie die geschälten Apfelscheiben und lassen Sie etwa 10 min darin köcheln. Die Rotweinäpfel passen sehr gut zu Vanille-Eis. Erdbeer-Baiser. Schlagen Sie aus Eiklar und Zucker einen festen Eischnee und lassen ihn auf Backpapier bei niedrigen Temperaturen im Backofen trocknen. Sobald der Eischnee knusprig und leicht bräunlich ist, kann er auf dem Teller angerichtet werden. Darüber geben Sie geviertelte frische Erdbeeren und garnieren das köstliche Dessert mit etwas Schmand und Schokoladentröpfchen.

Yoghurt-Creme mit frischen Beeren

Für diese leckere Süßspeise verrühren Sie Naturjoghurt mit Vanillezucker und Mascarpone. Untergeschlagener Eischnee macht die Yoghurt-Creme locker und luftig. Geben Sie Erdbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren oder einen Beerenmix in ein Glas und füllen Sie das Glas mit der Yoghurt-Creme auf. Anschließend für eine halbe Stunde im Kühlschrank kalt stellen und genießen.

Sagopudding mit frischem Obst

Kochen Sie Sagoperlen in Milch, bis die Perlen durchsichtig geworden sind. Je nach Geschmack kann man noch Stevia und Vanille-Aroma zufügen. Stellen Sie die Masse zum Festwerden in den Kühlschrank. Nach etwa zwei Stunden hat die Masse die Konsistenz von Pudding und kann nach Belieben mit frischem Obst garniert werden.

Stevia – ein neuer Süßstoff

Stevis ist erst seit wenigen Jahren auf dem Markt. Es wird aus der Steviapflanze gewonnen und hat die dreißigfache Süßkraft von Zucker, dabei aber null Kalorien. Stevia eignet sich sehr gut als Zuckerersatz für die Zubereitung von kalorienarmen Desserts und Süßspeisen. Nach anfänglichen Bedenken erklärte die Efsa (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) Stevia als unbedenklich ein und seit 2008 ist Stevia auch in der EU erhältlich. Die Efsa hat lediglich eine Empfehlung für die tägliche Aufnahmemenge herausgegeben, die bei 4 mg pro Kilogramm Körpergewicht liegt und nach heutigem Wissensstand als unbedenklich gilt. Stevia kann bei Glutenunverträglichkeit als Zuckerersatz ohne weiteres verwendet werden. Weitere Informationen zu dem Süßstoff sowie Bezugsquellen finden Sie unter www.stevia-kaufen.de/.

Mehr glutenfreie Rezepte…

Bildquelle: flickr.com/Laurel Fan

Verstecktes Gluten in Medikamenten

MedikamenteBetroffene wissen, dass eine glutenfreie Ernährung zu Beginn eine sehr große Umstellung erforderlich macht. Strengstens müssen Sie alle Lebensmittel kontrollieren, die Sie zu sich nehmen. Auch wenn Sie sich außerhalb verköstigen, haben Sie daher immer ein Auge auf das, was Sie verzehren. Doch viele Betroffene lassen einen wichtigen Punkt außer Acht. Denn nicht nur in Lebensmitteln ist die Gefahr von Gluten gegeben, auch bei Medikamenten müssen Sie genau hinschauen. Viele Medikamente gegen Schmerzen enthalten beispielsweise Gluten. Der Hinweis, ob ein Medikament tatsächlich glutenfrei ist, findet sich oftmals jedoch nicht ein. Daher ist es zwingend notwendig, dass Sie sich vor der Einnahme genau erkundigen und im Zweifel sowohl den behandelnden Arzt als auch den Apotheker fragen, ob Gluten enthalten ist. Ein Glutencheck im Preisvergleich kann als Recherche ebenfalls sinnvoll sein. Zwar sind die Mengen in Arzneimitteln sehr überschaubar, dennoch ist Vorsicht geboten.

Medikamente mit Gluten

Oftmals findet sich Gluten in Arzneimittel gegen Schmerzen oder aber auch in fiebersenkenden Mitteln. Natürlich sind auch andere Produkte betroffen. So müssen Sie beispielsweise besonders aufpassen, wenn Ihr Arzt Ihnen etwas gegen Entzündungen oder Erkältungen verschreibt. Abseits davon gibt es jedoch noch weitere Gefahrenquellen. Daher empfehlen wir Ihnen, vor jeder Einnahme eines Medikaments mit dem Arzt zu sprechen. Pharmamitarbeiter in der Apotheke können ebenfalls Informationen liefern und Ihnen eventuell eine Alternative anbieten. Manchmal finden Sie Arzneimittel, die einen Hinweis tragen, dass sie glutenfrei sind. Jene finden sich aktuell noch recht selten ein, deswegen ist es immer sinnvoll, wenn Sie ein wenig vorsichtig sind. Wenn Sie einen erhöhten Aufwand vor Ort in der Apotheke vermeiden wollen, dann sprechen Sie schon bei dem Termin mit Ihrem Arzt über die vorhandene Problematik. Jener kann Ihnen dann natürlich auch andere Mittel verschreiben oder Ihnen erklären, wie hoch der Gluten-Anteil in dem verschriebenen Medikament wirklich ist.

Bildquelle: epsos.de

Sie haben den Verdacht auf Glutenunverträglichkeit? Oder bereits die bestätigte Diagnose? Wir möchten umfassend informieren und zu einem besseren Umgang mit der Unverträglichkeit beitragen.

Diagnose

Diagnose

Glutenfreie Ernährung

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Therapie

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Wenn Getreide krank macht: Glutenunverträglichkeit

GetreideBei einer Glutenunverträglichkeit (auch Glutenintoleranz genannt) reagiert der Dünndarm auf das Klebereiweiß vieler Getreidesorten mit Entzündung und anschließendem Rückgang der Schleimhaut. In der Schulmedizin spricht man in so einem Fall von der Zöliakie.

Im Folgenden erhalten Sie die wichtigsten Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose, bis hin zum weiteren Vorgehen bei einer bestätigten Glutenunverträglichkeit kompakt dargestellt.

Der Aufbau des Dünndarms und seine Funktion

Der Dünndarm folgt im Verdauungstrakt dem Magen. Er teilt sich in den Zwölffingerdarm, den Leerdarm sowie den Krummdarm auf und ist insgesamt zwischen vier und sechs Meter lang. An den Dünndarm schließt sich der Dickdarm an.

In den Dünndarm gelangt über den Magen der Nahrungsbrei, aber auch weitere Verdauungsenzyme über Zuführungsgänge aus der Leber und Bauchspeicheldrüse. Der Dünndarm hat die wichtige Aufgabe, dem vorverdauten Nahrungsbrei alle Nährstoffe zu entziehen, die der menschliche Körper zum Leben benötigt.

Damit möglichst viele Nährstoffe aufgenommen werden können, hat die Evolution einen Trick angewendet und die Oberfläche der Dünndarmschleimhaut um ein Vielfaches vergrößert. Zum einen ist die Oberfläche durch bis zu einen Zentimeter hohe Falten, den Kerckring-Falten, bereits um das dreifache vergrößert. Zum anderen befinden sich auf diesen Falten weitere Ausstülpungen, die Zotten, und Einstülpungen, Krypten genannt, die etwa einen Millimeter hoch sind. Auf jeder Zelle von Zotten und Krypten wiederum finden sich bis zu 4.000 Zellfortsätze, die Mikrovilli genannt werden. Durch Kerckring-Falten, Zotten, Krypten und Mikrovilli erreicht der Dünndarm so eine Resorptionsfläche von bis zu 240 Quadratmetern.

Neben der Nährstoffaufnahme fällt dem Dünndarm die wichtige Aufgabe zu, dem Nahrungsbrei Flüssigkeit zu entziehen, die sich aus der Nahrung, Speichel, Galle, Sekrete des Magens und Dünndarm zusammensetzt. Etwa neun Liter durchlaufen täglich den Darm, werden zum Teil resorbiert und dem Kreislauf wieder zugeführt.

Symptome der Glutenunverträglichkeit

Verträgt ein Mensch kein Gluten, das Klebereiweiß vieler Getreidesorten, kommt es bei anhaltender Aufnahme zu einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Dadurch verkleinern sich sowohl Mikrovilli als auch Zotten, teilweise fast bis zum totalen Verlust. Der Dünndarm kann seine Aufgaben nun nicht mehr zufriedenstellend ausführen: Nährstoffe sowie Flüssigkeit werden nicht ausreichend aufgenommen.

SymptomeDies äußert sich beim Betroffenen mit voluminösen Fettstühlen und Durchfällen. Durch die mangelnde Nahrungsverwertung verliert er außerdem an Gewicht. Weitere Mangelsymptome sind Ödeme, Blähungen, Anämien oder Schwäche. Da auch Vitamine nicht ausreichend aufgenommen werden, können sich Nachtblindheit, trockene Haut (beide Vitamin A), Knochenstoffwechselstörungen (Vit. D) oder eine erhöhte Blutungsneigung (Vit. K) einstellen.

Die Ausprägung der Krankheit ist von Mensch zu Mensch verschieden. Einige Betroffene reagieren nur leicht auf aufgenommenes Gluten, andere reagieren äußert stark. In den meisten Fällen sind Frauen von einer Glutenunverträglichkeit betroffen. Häufig macht sich die Krankheit schon im Kindesalter bemerkbar; die Kinder leiden bei einer unbehandelten Zöliakie zusätzlich an Wachstumsstörungen mit dünnen Extremitäten und dickem Bauch. Bricht sie erst im mittleren Alter aus, fällt auf, dass die Betroffenen auch in der Kindheit häufig mit Verdauungsbeschwerden zu tun hatten. Oft tritt parallel zu einer Glutenunverträglichkeit eine Laktoseintoleranz auf.

Die Diagnose der Glutenunverträglichkeit

Bei der Diagnose sind in erster Linie die Beschwerden und Vorgeschichte des Betroffenen sowie die körperliche Untersuchung wichtig. Besteht eine familiäre Häufung von Glutenunverträglichkeit, kann eine kurzzeitige glutenfreie Ernährung erste Hinweise darauf geben, ob Zöliakie vorliegt. Da aber nicht jeder Dünndarm schnell auf eine Änderung reagiert, ist eine gleichbleibende Verschlechterung keine Ausschlussdiagnose.

DiagnoseDer nächste Schritt wäre der Nachweis von Antikörpern. Üblicherweise bestimmt man Antikörper gegen das Gliadin aus dem Getreide sowie Autoantikörper, die gegen Autoantigene im Bindegewebe der Skelettmuskeln, dem Endomysium, gerichtet sind. Der Antikörpertest ist sehr einfach mit einem Buttropfen aus der Fingerspitze zu Hause selbst durchzuführen. Test-Einheiten für den Heimtest bekommen Sie hier Partnerlink.

Wird der Verdacht durch Anamnese und Antikörpertest bestätigt, kann noch eine Dünndarmbiopsie erfolgen, um die Veränderung der Darmzotten zu ermitteln. Dabei wird mittels einer Magenspiegelung eine Gewebeprobe vom Beginn des Dünndarms entnommen. Diese Probe wird histologisch unter dem Mikroskop untersucht. Ausschlaggebend für die Diagnose Zöliakie ist die Zahl der vorhandenen Entzündungszellen, die Länge der Zotten sowie der Zustand der Mikrovilli.

Beschwerden verschwinden durch Diät

Die einzige sichere Methode, um die Zöliakie und die damit auftretenden Beschwerden zu lindern beziehungsweise zum Verschwinden zu bringen, besteht in der Meidung von glutenhaltigen Lebensmitteln, wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Dinkel. Die Atrophie der Dünndarmzotten bildet sich mittels dieser Maßnahme bei 90 Prozent der Betroffenen zurück.

Bei dieser Form der Ernährung sind fast alle herkömmlichen Brote und Backmischungen nicht erlaubt. Gut sortierte Bäckereien haben aber häufig glutenfreie Brote und Brötchen im Angebot. Erlaubt sind außerdem Produkte, in denen Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Soja oder Kartoffeln verarbeitet sind. Gemüse, Früchte, Fleisch, Fisch und Eier sind kein Problem. Eine große Auswahl glutenfreier Lebensmittel findet man auch bei spezialisierten Online-Supermärkten.

Brot

Oft geht mit einer Glutenunverträglichkeit eine Laktoseintoleranz einher. Wer auch davon betroffen ist, sollte daher auch Produkte meiden, in denen Milchzucker enthalten ist. Neben Milchprodukten ist dies bei Backwaren, Fertiggerichten und -soßen, Eis, Schokolade, Wurst und auch Müsli der Fall.

Da Gluten in vielen Fertigprodukten als Emulgator versteckt ist, empfiehlt es sich, möglichst selbst mit Naturprodukten zu kochen. Inzwischen sind im Handel aber auch glutenfreie Fertiggerichte erhältlich. Eine Liste mit glutenfreien Nahrungsmitteln ist bei der Deutschen Zölliakie-Gesellschaft erhältlich.

Bei vielen Patienten ist bereits wenige Tage nach der Ernährungsumstellung eine Besserung der Symptome bemerkbar. Es können aber auch mehrere Monate bis hin zu einem Jahr vergehen, bevor eine Veränderung sichtbar wird. Gerade wenn eine Verbesserung nicht schnell vom Betroffenen bemerkt wird, werden Diätfehler gemacht, also auf glutenhaltige Lebensmittel zurück gegriffen. Jede glutenhaltige Mahlzeit bewirkt aber eine erneute Veränderung der Dünndarmschleimhaut.

Medizinische Details

Für alle, die sich intensiver mit der Thematik auseinandersetzen möchten, haben wir hier einen Vortrag, der 2012 in der Universitätsmedizin Mainz gehalten wurde. Zwei Professoren referieren über Glutenunverträglichkeit und ihren Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen. Man lernt hier sehr viel über die Hintergründe der Zöliakie.