Glutenfreie Ernährung

Eine glutenfreie Ernährung scheint sehr schwierig. Und tatsächlich gibt es einiges zu beachten. Wir zeigen Tipps und Tricks für die glutenfreie Küche.

Für die Betroffenen bedeutet die Diagnose Zöliakie zunächst einmal eine große Umstellung. Da die Krankheit noch immer unheilbar ist, bleibt die einzige Therapieform die glutenfreie Ernährung. Lediglich bei Kleinkindern, bei denen die Diagnose noch vor dem zweiten Geburtstag gestellt wurde, besteht die Hoffnung auf ein Verschwinden der Unverträglichkeit. Für alle anderen ist jedoch eine lebenslange Umstellung der Ernährung nötig. Medikamente gibt es bisher noch nicht. Allerdings kann während der akuten Krankheitsphase die geschädigte Dünndarmschleimhaut unterstützt werden. Da bereits kleine Mengen Gluten den Darm erneut schädigen können und das Risiko von Folgeerkrankungen steigt, sollten Diätfehler vermieden werden. Bei Einhaltung einer glutenfreien Ernährung ist der Patient in der Regel beschwerdefrei.

Küche
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Darüber hinaus sollte man Familie und Freunde informieren. Die Küchenutensilien sollten gründlich gereinigt oder sogar ersetzt werden. Idealerweise hat der Betroffene eigene Utensilien wie Küchenmesser, Aufbewahrungsbehälter, Handtücher und Schneidebretter. Auch bei der Zubereitung der Mahlzeiten sollte nun getrennt gearbeitet werden, da schon geringste Mengen Gluten die Darmzotten erneut angreifen können.

Beim Einkauf sollten Sie die Inhaltsangaben der Produkte besonders gründlich lesen. Nicht immer ist es leicht, glutenfreie Produkte von glutenhaltigen zu unterscheiden. Im Zweifelsfall kann beim Hersteller nachgefragt werden.

Hier kann sich Gluten verstecken:

  • Vitaminpräparate
  • Kosmetika wie Lippenstifte
  • Arzneimittel
  • Zahnpasta
  • Gewürzmischungen
  • Farbstoffe
  • Aromen
  • Zusatzstoffe
  • Malzprodukte
  • Light-Produkte
  • Teemischungen
  • Fruchtschnitten
  • Tiefkühlgemüse mit Geschmackszutaten und/oder Bindemitteln
  • kandierte Früchte
  • Produkte mit Frucht-, Müsli-, Kräuterzusätzen
  • Sprühsahne auch mit Aromazusätzen, Milchshakes, Cremes und Puddings
  • geriebener oder gewürfelter Käse (evtl. glutenhaltiger Trennmittelzusatz möglich)
  • Bei Süßigkeiten muss darauf geachtet werden, ob Gerstenmalz als Süßungsmittel verwendet wurde.
  • Gewürzmischungen können Mehl enthalten.
  • Punsch, Glühwein und Liköre

Aufgrund der zunehmenden Zahl Zöliakie-Betroffener hat sich die Lebensmittel-Industrie bereits umgestellt. Es gibt inzwischen mehrere große Hersteller, die ein vergleichsweise umfangreiches Sortiment anbieten. Viele Supermärkte und Drogerieketten bieten eine Auswahl an. Aber auch in Reformhäusern und Naturkostläden findet man Produkte für eine glutenfreie Ernährung. Leider sind diese noch immer wesentlich teurer als herkömmliche Lebensmittel. Aber keine Sorge: Mit der Zeit werden Sie selbstverständlicher mit der Diagnose umgehen und vielleicht sogar beginnen, Dinge selbst zuzubereiten. So gibt es beispielsweise zahlreiche Rezepte für glutenfreies Brot, das tatsächlich leckerer als ein gekauftes schmeckt.

ohne Gluten
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Da Gluten vor allem in Getreide zu finden ist, sollte man sich hier nach Alternativen umschauen. Geeignet sind Reis, Mais, Hirse, Amaranth, Tapioka, Buchweizen und Quinoa. Das Buchweizenmehl wird vor allem für Brot und Kuchen verwendet. Amaranth hingegen ist aufgrund seines nussigen Geschmackes für Bratlinge und Gratins zu empfehlen. Tapioka ist bei Süßspeisen zum Andicken geeignet. Auch ansonsten kann man etwas kreativer kochen: So sind Soja, Leinsamen, Kartoffelmehl, Sesam, Sonnenblumenkerne, Nüsse, Obst und Fleisch generell problemlos für Zöliakiepatienten.

Gerade Eltern von Kleinkindern mit der Diagnose Zöliakie machen sich viele Gedanken. Ideal ist es, wenn sich dann die gesamte Familie auf eine glutenfreie Ernährung umstellt. Erzieher im Kindergarten bzw. Lehrer in der Schule sollten ebenfalls über die Erkrankung und eventuelle Diätfehler aufgeklärt sein. Selbst Großküchen können heute auf die speziellen Bedürfnisse des Kindes eingehen. Sind Sie allerdings unsicher, geben Sie Ihrem Kind das Essen selbst mit.

Auch bei Verabredungen am Nachmittag helfen kleine Zettel mit den wichtigsten Infos den Gastgebern. Kindergeburtstagsfeiern sind immer etwas kritisch. Vielleicht können Sie den Eltern des Geburtstagskindes anbieten, einen glutenfreien Kuchen zu machen.